Bei der Behandlung gegen übermäßiges Schwitzen wird Botulinumtoxin (Botox) flach in die Haut der betroffenen Region gespritzt, meist in die Achseln. Es unterbricht dort gezielt das Nervensignal an die Schweißdrüsen, sodass die Schweißproduktion deutlich nachlässt. Die Wirkung setzt innerhalb von etwa zwei Wochen ein.
„Es ist schon psychisch belastend, wenn im Sommer die Achsel so trieft, dass die Kleidung nass ist und man nur noch Weiß trägt. Einige sind dadurch schwer belastet." (Susanne Bechtel, Ärztin)
Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose) ist mehr als ein kosmetisches Ärgernis, für viele Betroffene ist es eine echte Einschränkung im Alltag und im Beruf. Eine gezielte Botox-Behandlung der Schweißdrüsen ist eine wirksame und schonende Möglichkeit, das Achselschwitzen über Monate spürbar zu reduzieren. In meiner Praxis führe ich diese Behandlung regelmäßig durch.


Hyperhidrose bezeichnet ein über das normale Maß hinausgehendes, krankhaftes Schwitzen, das unabhängig von Temperatur oder Anstrengung auftritt. Am häufigsten betroffen sind die Achseln, daneben Handflächen, Fußsohlen und die Stirn.
Schwitzen an sich ist gesund und reguliert die Körpertemperatur. Bei der Hyperhidrose produzieren die Schweißdrüsen jedoch deutlich mehr Sekret als nötig, oft schon in Ruhe oder bei geringer Belastung. Typisch sind durchnässte Kleidung an den Achseln, feuchte Hände oder sichtbare Schweißränder, die sich mit Deodorant allein nicht in den Griff bekommen lassen.
Botox blockiert vorübergehend das Nervensignal, das die Schweißdrüsen zur Schweißproduktion anregt. Im behandelten Bereich wird dadurch deutlich weniger Schweiß gebildet. Die übrige Schweißregulation des Körpers bleibt erhalten.
Die Schweißproduktion wird über denselben Botenstoff vermittelt wie die Bewegung der mimischen Falten. Behandelt man die Achseln mit Botox, lässt das Schwitzen innerhalb von etwa zwei Wochen sehr deutlich nach.
Entscheidend ist, in welche Ebene der Haut gespritzt wird: Botox muss hier flach, also intraepidermal, in die Haut gesetzt werden, weil genau dort die Schweißdrüsen sitzen. Wird zu tief gespritzt, erreicht man die Drüsen nicht.
Im Gegensatz zur Faltenbehandlung wird also nicht ein Muskel entspannt, sondern die Drüsenaktivität direkt an der richtigen Stelle in der Haut gedämpft.
Die betroffene Region wird zunächst betäubt, anschließend wird Botox in einem feinen, gleichmäßigen Raster über das gesamte Schwitzareal eingebracht. Der Termin dauert nur kurz, eine Ausfallzeit gibt es nicht.
Die Achseln werden vorher mit einem lokalen Betäubungsmittel betäubt, sodass der Bereich taub ist. Dann wird in einem symmetrischen Muster über den gesamten behaarten Bereich der Achsel gequaddelt.
Dabei gehe ich immer noch einen halben Zentimeter nach außen über den Bereich hinaus, weil die Drüsen manchmal etwas versprengt liegen. Nach zwei Wochen schaue ich noch einmal nach, und wenn irgendwo noch etwas schwitzt, spritze ich gezielt nach. So wird sichergestellt, dass das gesamte aktive Areal erfasst ist und das Ergebnis gleichmäßig ausfällt.
Die meisten bemerken bereits in den ersten Tagen, dass das Schwitzen nachlässt. Das volle Ergebnis stellt sich innerhalb von etwa zwei Wochen ein. Bei der Nachkontrolle nach zwei Wochen lässt sich gezielt nachsteuern, falls einzelne Bereiche noch aktiv sind.
Die Wirkung hält in der Regel mehrere Monate an. In meiner Erfahrung berichten viele Patientinnen und Patienten von etwa neun Monaten, in denen die Achseln deutlich trockener bleiben. Danach kann die Behandlung aufgefrischt werden.
Weil sich der individuelle Verlauf unterscheidet, ist die genannte Dauer ein Erfahrungswert und kein garantiertes Ergebnis. Viele Betroffene lassen die Behandlung im Frühjahr durchführen, damit sie über die warmen Monate wirkt.

Die Achseln sind die mit Abstand häufigste behandelte Region. Botox reduziert hier das Achselschwitzen zuverlässig und ist nach kurzer Zeit im Alltag spürbar.
Gerade am Achselschweiß leiden viele Betroffene besonders, weil er sichtbar wird und sich kaum verbergen lässt. Nach der Behandlung bleibt der Bereich deutlich trockener, die durchnässte Kleidung und die ständige Sorge davor fallen weg. Die Achseln eignen sich anatomisch besonders gut, weil sich das Schwitzareal klar abgrenzen und vollständig erfassen lässt.
Botox unter den Achseln dämpft die Aktivität der Schweißdrüsen genau dort, wo der Schweiß entsteht. Das Ergebnis ist eine deutlich reduzierte Schweißbildung über mehrere Monate, ohne dass die übrige Temperaturregulation des Körpers beeinträchtigt wird.
Auch übermäßiges Schwitzen an Handflächen, Fußsohlen oder der Stirn lässt sich grundsätzlich mit Botox behandeln. Diese Regionen sind anspruchsvoller und werden individuell besprochen. Welche Bereiche bei Ihnen sinnvoll sind, klären wir im Beratungsgespräch.
Geeignet ist die Behandlung grundsätzlich für alle, die unter übermäßigem Schwitzen leiden. Nicht durchgeführt wird sie bei Hautentzündungen im Behandlungsbereich, etwa Ekzemen oder Neurodermitis, weil sich nicht sicher abschätzen lässt, ob diese dadurch verstärkt werden. Ob die Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist, kläre ich in einem ausführlichen ärztlichen Gespräch.
Gegen starkes Schwitzen gibt es Antitranspirantien und operative Verfahren. Antitranspirantien sind meist der erste Versuch, bringen bei ausgeprägtem Schwitzen aber oft keinen großen Erfolg. Gute, langanhaltende Alternativen zu Botox gibt es in diesen Fällen kaum.
Manche Patientinnen haben zuvor ein operatives Verfahren versucht, bei dem die Schweißdrüsen abgesaugt oder ausgeschabt werden. Das Problem dabei: Die Drüsen sitzen in der Haut, nicht darunter. Deshalb lässt sich auf diesem Weg oft nicht das gewünschte Ergebnis erreichen. Botox ist im Vergleich nicht invasiv und ohne Ausfallzeit. Welcher Weg für Sie der richtige ist, besprechen wir individuell.
Entscheidend für das Ergebnis ist die richtige Injektionsebene. Botox muss flach in die Haut gesetzt werden, weil genau dort die Schweißdrüsen liegen. Ich habe Patientinnen erlebt, bei denen andernorts zu tief gespritzt wurde und die Wirkung deshalb ausblieb. Man muss wissen, in welcher Ebene der Haut man arbeitet.
Deshalb gehören zu meiner Behandlung das gleichmäßige Raster über das gesamte Areal und die Nachkontrolle nach zwei Wochen, bei der ich bei Bedarf gezielt nachsteuere.
Die Behandlung gilt als gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind in der Regel vorübergehend, etwa eine leichte Reaktion oder ein Druckgefühl an den Einstichstellen. Wie bei jeder Injektion können kleine Rötungen oder ein leichtes Spannungsgefühl auftreten, die rasch abklingen. Über die für Sie relevanten Punkte und mögliche Wechselwirkungen kläre ich Sie vorab im ärztlichen Gespräch auf.
Botox reduziert das Schwitzen aus den Schweißdrüsen im behandelten Bereich. Feuchtigkeit, die durch Reibung zwischen Hautpartien entsteht, lässt sich damit nicht beeinflussen. Wenn Haut auf Haut liegt, entsteht dort immer Feuchtigkeit, das hat aber nichts mit dem Schweiß aus der Achsel zu tun. Diese ehrliche Einordnung gehört für mich zur Aufklärung dazu: Ich verspreche nur, was die Behandlung tatsächlich leisten kann.

"In meiner Hamburger Praxis an den Colonnaden behandle ich übermäßiges Schwitzen ebenso wie an meinen weiteren Standorten. Gerade vor dem Sommer ist die Nachfrage hoch, eine Behandlung im Frühjahr wirkt über die warmen Monate. Termine in Hamburg vereinbaren Sie direkt über die Praxis."
Gern entwickle ich gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Behandlungskonzept, das zu Ihnen passt.
